COP 30: Ein Schritt zurück und einer vor

Im Schlussdokument der Klimakonferenz sind fossile Energien keiner Erwähnung wert. Deshalb kann man die COP 30 als Fehlschlag bezeichnen. Sie ist aber auch „business as usual“.

Eines der Hauptziele für die Konferenz war ein Fahrplan, wie aus den fossilen Energien ausgestiegen werden soll. Doch in der Schlusserklärung findet sich davon nichts. Aus dieser Perspektive muss die Konferenz als Flopp bezeichnet werden.

Und dabei war alles so klar. Denn ausgerechnet im Erdöl-Emirat von Dubai wurde 2023 einstimmig grünes Licht für den Einstieg in den Ausstieg gegeben, indem die Formulierung „Übergang weg von fossilen Energieträgern“ in die Schlusserklärung eingebaut worden ist. Auftrag für die COP 30 war, einen Fahrplan für diesen Ausstieg zu hinterlegen.

Es gab auch Erfolge

Dass das ausgerechnet in Belém, vor den Toren des größten tropischen Regenwaldes der Erde, nicht geschah, war ein erster Rüsckschlag; der zweite, dass die fossilen Energien erst gar nicht erwähnt worden sind.

Zurückzuführen ist das auf den massiven Druck, den Gas- und Öl-Lobbyisten ausgeübt haben – und auf die Machenschaften jener Staaten, die im Hintergrund taktierten – allen voran Saudi-Arabien. Dabei hat wohl auch die umweltpolitische Groß-Wetterlage keine unwesentliche Rolle gespielt.

Andererseits ist der Loss- and Damage-Fonds nun tatsächlich eingerichtet worden. Ein zusätzlicher Geldtopf, aus dem vor allem Projekte und Maßnahmen bezahlt werden sollen, die den ärmsten Volkswirtschaften ermöglichen sollen, die Folgen und/oder die bereits eingetretenen Schäden finanzieren zu können. Folgen und Schäden, die in diesen Staaten mit besonderer Heftigkeit zuschlagen, die von eben diesen Ländern jedoch am allerwenigsten verursacht worden sind.

Dutzende Staaten beschlossen Seperat-Dokument

Die Dotierung dieses Geldtopfes – mit zunächst 20 Milliarden $ jährlich – ist angesichts der tatsächlichen Summen, die benötigt werden, verschwindend gering. Aber die Etablierung des Finanzierungsinstruments ist ein Erfolg für sich, wurde darum doch jahrelang gestritten.

Auf der Erfolgsseite der Belém-Konferenz steht schließlich die Etablierung des TFFF (Tropical Forest Forever Facility), der eine Finanzierung des Schutzes tropischer Regenwälder sicherstellen soll – in Südamerika, Zentralafrika und Südasien. Hier wurden schon unmittelbar vor Konferenzstart 5,5 Milliarden zugesichert – drei Milliarden von Norwegen, jeweils eine von Brasilien und Indonesien. 53 Staaten und 19 Investoren haben freundliches Interesse bekundigt. Freilich der Ansatz „Nicht-Nutzung gegen bare Münze“ birgt viele Probleme in sich.

Und zum Schluss hat – auf die Initiative von Kolumbien und der Niederlande – die Ankündigung ein breites Echo bekommen, 2026 eine internationale Konferenz über den „gerechten Übergang weg von den fossilen Energien“ und einen Zeitplan dafür abzuhalten. Die Konferenz soll am 28. und 29. April 2026 in Santa Marta stattfinden.

Unterstützung bekundeten diese Delegationen: 

Australien

Belgien

Chile

Costa Rica

Dänemark

Fiji

Finnland

Irland

Jamaica

Kambodscha

Kenya

Kolumbien

Luxembourg

Marshall Inseln

Mexico

Mikronesien

Nepal

Niederlande

Österreich

Panama

Spanien

Slowenien

Vanuatu

Tuvalu

In der Belém-Deklaration ist dieser Ansatz verschriftlicht – und über weite Strecken wortgleich mit der Erklärung „Call of Belém“, die allerdings um drei Seiten ausführlicher ist. Call of Belém wurde nach dem Leaders’ Summit vor dem offiziellen Beginn der COP 30 verabschiedet.


Mehr:

news1155-link COP30 nimmt Kurs auf einen Flopp 

news1155-link Der Gipfel vor dem Gipfel

news1155-link Warum Belém kein Fehlschlag gewesen ist

Web-Link Tropical Forest Forever Facility, TFFF https://tfff.earth/

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