Warum Belém kein Fehlschlag gewesen ist

(c) pixabay

Auch nach 37 Jahren fehlt die klare Benennung des Verursachers. Trotzdem war Belém kein Schlag ins Wasser.

Das Szenario war nicht neu, das Ergebnis ist es auch nicht: Die Klimakonferenz ist in die Verlängerung gegangen, das Ergebnis des 14-tägigen Treffens am Rande des Amazonas-Urwalds ist mehr als mager.

Trotzdem wäre es fehl am Platze, von einem völligen Fehlschlag zu sprechen. Das tun viele, die in erster Linie die Nicht-Erwähnung der fossilen Energien und eines Ausstiegsplans im Blick haben. Ja, natürlich, das Tauziehen zwischen Erwähnung und Nicht-Erwähnung ist kein Ruhmesblatt. Umso mehr, als dass seit Beginn der Klimaschutz-Debatte auf der Ebene der UN nicht weniger als 37 Jahre vergangenen sind.

Aber schon damals – mit der ersten Einschätzung durch das Expertengremium IPCC 1988 – war klar, was für die Klimakrise verantwortlich ist: Kohle, Öl und Gas. Die ausrückliche Erwähnung in Abschlussdokumenten einer Klimakonferenz mag eine Lücke auftun.

Es ist allen klar, worum es geht

Mehr aber nicht: Denn seit Anfang ist allen Beteiligten klar, worum es geht: eben um Kohle, Öl und Gas. Ob dies nun explizit erwähnt wird oder nicht. Entscheidend war in der Vergangenheit, ist es heute und wird es auch morgen sein, welche Maßnahmen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene in den 194 Staaten, die der Klimakomvention beigetreten sind, konkret umgesetzt werden. Hier fallen die Würfel.

Und hier wird entschieden, wie groß der „Overshoot“ über die 1,5 Grad-Grenze hinausgehen wird und ob es gelingt, die Temperatur-Eskalation wieder einzufangen. In der Vergangenheit hat sich da ein bisschen etwas getan, aber viel zu wenig – das zeigen wissenschaftliche Erkenntisse beinahe täglich.

Es ist – und daran hat in Belém niemand nachhaltige Zweifel säen können – entscheidend, was konkret getan wird. Diese Taten werden über das Klima der Zukunft entscheiden, nichts anderes.

Wozu also dann überhaupt noch Klimakonferenzen? Es gibt kein anderes Gremium auf internationaler Ebene, um dieses globale Thema global anzusprechen. Und es gibt kein anderes Gremium, das durch den Zwang zur Einstimmigkeit angehalten ist, einen Minimalkonsens zu formulieren. Durch die Öffentlichkeit solcher Konferenzen sind die Entscheidungsträger unter Zugzwang: Sie müssen rechtfertigen, was sie im Konferenzsaal vertreten. Und das wird – angesichts erdrückender Fakten – für die Klimaverweigerer immer schwieriger.


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